Drunter sehen. Sprache, Bild und Scham | Vedere in mezzo. Linguaggio, immagine e vergogna

Ein Buch über Höhlen und Gefäße, Öffnungen und Scham, zwei Sprachen und
das Suchen nach Verständigung und Ausdruck
Umfang ca. 150 Seiten bzw. 300 mit Übersetzung und wenigen s/w Abbildungen


Die Erschließung der Welt mittels Sprache und Bildern, welche in und durch die Sprache im Subjekt entstehen, bezeichne ich in meiner künstlerischen Forschung als weiche Schablonen*, welche Prägungen und Begriffe definieren. Die Weichheit der Schablonen ermömglicht Erweiterung und Neuanordnung, sowie die Konstruktion neuer Begriffe und Bilder. Sowohl das Bild als auch die Scham stellen universelle Kategorien gesellschaftlicher Disposition dar, welche mithilfe des künstlerischen Instruments der weichen Schablonen untersucht werden. Tabus werden eruiert und sprachlich neu konstituiert, was die Verschiebung und Überwindung der sprachlich-gesellschaftlichen Randlinien zwischen Eigenem und Fremdem, Subjekt und Gemeinschaft, privat und öffentlich ermöglicht. Kontur und Rahmen werden als Portal zur sinnlichen Betrachtung von Sprachräumen befragt.

Ausgehend von Situationsbeschreibungen, Sprach- und Gedankenexperimenten welche während eines dreimonatigen Aufenthalts in Süditalien (im Rahmen von Erasmus+) entstanden sind, sollen neue Essays zu den aufgefangenen Themenbereichen entstehen. Da das Spiel und das Experiment mit der Sprache bzw. den unterschiedlichen Sprachen und Sprechformen sowohl bei den bereits entstanden als auch bei den noch zu verfassenden Essays stets angewendet wird, ist die Übersetzung auch als Ort der Begegnung zentral.

Die Annäherungen zweier Sprachen, die miteinander ins Gespräch kommen, soll auch grafisch sichtbar werden, etwa indem jeweils auf der linken Seite der Text in einer, auf der rechten Seite in der anderen Sprache fließt. Die beiden Sprachen, der Autorin und Leserschaft nicht zwingend durchgehend verständlich, sollen miteinander ins Sprechen geraten, etwa, wenn im deutschen Text Wörter in italienischer Sprache vorkommen und erklärt oder befragt werden, und umgekehrt. Die Übersetzung soll in engem Austausch mit der Autorin entstehen, da auf die Spracheigenheiten sowohl inhaltlich als auch poetisch verwiesen wird. Literarische Übersetzung wird zur gemeinschaftlichen Maschine.

Als poetologisches Prinzip sollen zur Einführung und als mehrstimmiger Ansatz zwei bis drei Autoren eingeladen werden Beiträge zu schreiben.

*siehe: Brottrager, Stefanie: Weiche Schablonen. Rahmen und Resonanz des künstlerischen
Sprachbildes. Dissertation Universität für angewandte Kunst Wien 2018.


So, jetzt lesen lassen, dann hören, oder am besten gar nichts dazu sagen, sickern lassen. Wie kann ich mich am besten davonstehlen, ich schleiche, ich schleiche, hinaus hinein in mein Fettnäpfchen, da bade ich mich drin, du bist mein Freund, ob du willst oder nicht, ich pass auf und nehm deine ganze Arrabiata.

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